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Llull wurde 1232 oder Anfang 1233 in Mallorca geboren, nur drei Jahre nachdem die Insel durch die Armee Jakobs I. erobert worden war. Drei Jahrzehnte später befand die Insel sich in einem halb-kolonialisierten Zustand. Die militärische Eroberung Mallorcas durch die Christen (anders als die Gebiete von Valencia, die durch eine Reihe von Verträgen erworben wurden) führte zu einer Versklavung der muslimischen Bevölkerung, zumindest derjenigen, die zum Zeitpunkt der Niederlage nicht über die notwendigen Mittel zur Flucht verfügten. Doch trotz vieler Jahre christlicher Zuwanderung (vor allem von Katalanen, aber auch Aragonesen, Okzitanen und Italienern) lebte Llull in einem Umfeld, in dem Muslime noch etwa ein Drittel der Bevölkerung stellten (die Schätzungen von Historikern reichen von 20 bis 50 Prozent). Die Muslime waren in den meisten Fällen nach wie vor Sklaven, sie hatten jedoch begonnen, nach und nach ihre Freiheit zu gewinnen, und es gab sogar einige Fälle von Muslimen, die Handwerksberufen nachgingen.

Im weiteren geopolitischen Sinn wurde Mallorca zu einem strategischen Zentrum für die Handelsbeziehungen zwischen Nordafrika und Europa. Wenn wir also das Umfeld verstehen wollen, das Llull geprägt hat, so müssen wir uns von zwei Bildern verabschieden, die uns intuitiv in den Sinn kommen mögen: dem der Kluft, die sich in der Moderne zwischen der christlichen und der islamischen Welt aufgetan hat, und dem der Balearen als mediterranem Ferienparadies für reiche Europäer aus dem nebligen Norden, von dem aus man viel leichter nach Düsseldorf oder Manchester gelangt als beispielsweise nach Algier oder Tunis. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts befand Mallorca sich genau im Mittelpunkt der großen Drehscheibe des Handels im westlichen Mittelmeer. Es unterhielt enge Beziehungen mit Nordafrika, und es sollten noch etliche Jahre vergehen, bis es die Nabelschnur zu dieser Region durchtrennte.

Anzeichen der Anziehungskraft des südlichen Mittelmeerraums waren einerseits die Händlerkolonien von Pisa, Genua, Marseille und Montpellier und die jüdischen Kaufleute aus Nordafrika, die sich auf der Insel niederließen, und andererseits eine große Zahl mallorquinischer Konsulate in Nordafrika.

Quelle: Anthony Bonner und Lola Badia, Ramon Llull. Vida, pensament i obra literària „Les Naus d’Empúries. Pal Major“ 2 (Barcelona: Empúries, 1988), S. 13-14.

mediterrània
 

enllaç UB Centre de Documentació Ramon Llull