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Die Doctrina pueril (1274-1276) ist ein katechetisches Werk, das ganz durch Llulls Sorge bestimmt war, die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens im Bewusstsein der Laienöffentlichkeit zu verankern. Grundkenntnisse, wie sie in kondensierter Form im Katechismus enthalten waren, sollten bei der korrekten Bewertung eines anderen, subtileren Wissens behilflich sein, das Llull nicht preisgeben wollte. Glaube spielte eine wichtige Rolle in dem Prozess, der die menschliche Vernunft durch eine angemessene Verwendung des Wissens und in Übereinstimmung mit den ersten Intentionen zur Wahrheit führte. Zwei Drittel der Doctrina pueril kreisen um die verschiedenen Elemente, die den Grundlagen der christlichen Religion entsprechen, der Rest ist ein Amalgam aus unterschiedlichen Gegenständen, wobei der Naturphilosophie eine wichtige Rolle zukommt.

Im 13. Jahrhundert waren Werke, die der Unterrichtung von Laien in der christlichen Lehre gewidmet waren, sehr einfach und grundlegend. Die ersten pädagogischen Predigten, die eine gewisse Tiefe aufwiesen, waren die des Heiligen Thomas von Aquin und stammten aus dem Jahr 1273. Das am besten bekannte Beispiel dieses Genres ist die Somme le roi, die Bruder Laurent von Orléans 1280 für Philipp den Kühnen von Frankreich verfasste. In diesem Zusammenhang weist die Doctrina pueril ein bemerkenswert hohes Maß an Sorgfältigkeit und Komplexität auf, wobei auch literarische Züge in Gestalt von exempla und Analogien nicht fehlen. Es handelt sich um ein Werk, in dem Llull praktisch überhaupt nicht auf die Terminologie oder die Strukturen der Ars zurückgriff, fast so, als ob er einen Katechismus mit erweiterten Anhängen zur allgemeinen Kultur hätte verfassen wollen.

Die Themen des Katechismus sind die 14 Glaubensartikel, die zehn Gebote, die sieben Sakramente, die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die acht Seligpreisungen, die sieben Freuden Mariens, die sieben Tugenden und die sieben Sünden. Die ausführlichen Anhänge enthalten Informationen über die drei Religionen (ebenso wie über die Heiden), die sieben freien Künste des trivium (Grammatik, Dialektik, Rhetorik) und des quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie), die Wissenschaften der mittelalterlichen Universitäten (Theologie, Recht und Medizin) und in erheblichem Umfang einführende Informationen zum Aristotelismus.

Quelle: Joan Santanach, „Cové que hom fassa apendre a son fill los ·XIII· articles: La Doctrina pueril com a tractat catequètic“, in Literatura i cultura a la Corona d’Aragó (s. XIII-XV), Lola Badia - Miriam Cabré - Sadurní Martí, Hg., (Barcelona: Curial-Publicacions de l’Abadia de Montserrat, 2002), S. 419-430. Badia, Lola, „La ciència a l'obra de Ramon Llull“, La Ciència en la Història dels Països Catalans, hg. Joan Vernet und Ramon Parés, I. Dels àrabs al renaixement (Barcelona-Valencia: Institut d'Estudis Catalans, Universitat de València, 2004), S. 403-442.

enllaç UB Centre de Documentació Ramon Llull